quietschbunt

Damn Small Linux vom USB-Stick

Verfasst von: Herr Schwaner in: 14.02.2009

Wer sich fragt, warum so etwas gebloggt wird, dem antworte ich: Hey, das ist auch für mich. Als Gedächtnisstütze, denn oft vergesse ich Dinge und wenn ich sie mir dringend wieder ins Gedächtnis rufen muss, dann habe ich es nicht parat. Im Blog kann ich es jedoch für mich konservieren. Wer hat schon Lust ständig das Mehr in Google zu durchforsten?

Darum geht es: Eine Linux-Distribution vom USB-Stick bootfähig zu installieren, sprich: Stick in den Slot, Computer an, eigenes Linux im Portemonaie, immer zu Hause sein (oder im Büro, das ist sich doch gleich).

Erster Versuch mit „Damn Small Linux“, einer Distribution die mit 51 MByte erstaunlich schmal ist, eben ein verdammt kleines Linux. Installiert wird die Distribution hier auf einem 1GB USB Stick von Trekstor von einem Linux Fedora Core 9 aus.

Die Installation beginnt mit dem Vorbereiten des Sticks mit dem Partitionsprogramm GParted. Der Stick wird eingesteckt und das Programm GParted gestartet. Am besten öffnest du dir eh eine Konsole, in der du als admin/root arbeiten kannst (oder alles per sudo, wie du willst). Der Scan von GParted dauert eine Weile (zumindest versucht es bei mir verzweifelt das Floppy-Drive auf /dev/fd0 zu finden, wo def. keines ist). Nach dem Gerätescan wird eine Auswahlliste rechts oben angezeigt, in dem sich auch der Stick wiederfinden sollte (hier: /dev/sdc1). Dieser wird ausgewählt.

Folgendes passiert nun:

  1. Das Gerät unmounten (falls eingebunden)
  2. Vorhandene Partitionen löschen
  3. Neue Partition erstellen (vollständige Speichernutzung, Primäre Partition, Dateisystem ext3)
  4. Die Formatierung als Ext3 auswählen (Kontextmenu über r. Maustaste)
  5. Anstehende Operationen ausführen (Menu Edit » Apply All Operations)

Der Stick sollte nun seine neue Ext3-Partition erhalten und auch gleich für Ext3 formatiert werden. Nach Abschluss der Formatierung muss die Partition noch als Bootable markiert werden. Öffne dazu mit einem rechten Mausklick das Kontextmenu und wähle die Option „Manage Flags“ aus. Dort kreuze „Boot“ an und bestätige Deine Auswahl. Nun ist Dein Stick vorbereitet, GParted kann beendet werden.

Nun darf getippt werden – ab in die Konsole:

  1. mkdir /flash # Verzeichnis für Deinen Stick
  2. mount /dev/sdc1 /flash # Stick mounten
  3. mkdir /dsl # Verzeichnis für die DSL-ISO
  4. Lade das File current.iso von Damn Small Linux herunter
  5. mount /path/to/current.iso /dsl -o loop # ISO mounten
  6. cp -vr /dsl/* /flash # alles auf den Stick kopieren
  7. cd /flash # auf den Stick wechseln
  8. /sbin/grub-install –no-floppy –root-directory=. /dev/sdc1 # Bootloader GRUB installieren
  9. cd boot/grub/ # ins boot verzeichnis des Sticks wechseln
  10. nano menu.lst # Menu anlegen

Notiz: Für alle Operationen solltest Du /dev/sdc1 an Deine Devicekennung /dev/xxx anpassen.

Folgende Boot-Options sollten dem GRUB-Loader mittels der Datei menu.lst auf den Weg gegeben werden:

title Damn Small Linux
root (hd0,0)
kernel /boot/isolinux/linux24 root=/dev/sda1 ro lang=us noeject frugal
initrd /boot/isolinix/minirt24.gz

Bitte die Datei mit CTRL+O speichern. Der Stick sollte nun fertig sein und kann nun ausgebunden werden.

  1. cd ; umount /dev/sdc1

Nun kann mittels USB-Stick die sehr kleine Distribution DSL gestartet werden. Bitte vorher die Boot-Optionen des eigenen Computers überprüfen, an welcher Stelle das Booten von USB in der Bootreihenfolge steht (USB sollte auf jeden Fall vor der Festplatte/HDD stehen).

Hat es geklappt? Ja? Okay. Dann installierem wir in der nächsten Folge Fedora-Live auf einem 2GB-Stick :)

Schlagworte: , , , ,

1 Antwort zu "Damn Small Linux vom USB-Stick"

Moin, also DSL habe ich auf dem Stick (hab das Paket entzippt) und kann auch DSL über Qemu unter Windows starten – nur ich hab jetzt ein Problem den richtigen Bootsektor zu bekommen. Also syslinux funktioniert garnicht, da booten die Laptops einfach von Festplatte, bei GRUB sehe ich immerhin eine Fehlermeldung von wegen Kernel nicht gefunden – was muss ich denn da wie eintragen?

Hab schon einiges probiert, die Gerätebezeichnungen angepasst und so, aber da ich mich nicht sehr gut mit Linux auskenne, überfordert mich das :(

Eine Antwort schreiben